Versorgungswerk - Besonderheiten

Bis zum 31.12.2009 erfolgte die Finanzierung der Rentenversicherungsbeiträge im Versorgungswerk im BFP in gleicher Art und Weise wie bei den gesetzlichen Rentenversicherungsträgern, nämlich jeweils hälftig durch den Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Gemäß einer Auflage der zuständigen Gewährleistungsbehörde, dem Hessischen Kultusministerium in Wiesbaden, wurde das Versorgungswerk im BFP entsprechend den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen dazu verpflichtet, neben der Versorgungsordnung ab dem 01.01.2010 auch die Finanzierung des Versorgungswerkes der beamtenähnlichen Versorgung anzugleichen.

Im Wesen der beamtenähnlichen Versorgung liegt, dass der Arbeitnehmer keine Beiträge zur Rentenversicherung aufzubringen hat; die Finanzierung der Versorgungszusage muss in vollem Umfang zu Lasten des Arbeitgebers gehen.

Die Erfüllung dieser behördlichen Auflage erfolgte durch Anpassung der Versorgungsordnung zum 01.01.2010 und der Anwendung einer entsprechenden Beitragsordnung ab demselben Stichtag.

Weitergehende Informationen finden Sie in dem Infodokument Besonderheiten Gehaltsabrechnung Versorgungswerk

Auswirkungen

Da das Bruttogehalt in diversen Bereichen als Bemessungsgröße herangezogen wird, folgen aus der Reduzierung desselben verschiedene Auswirkungen:

  • Bei der Einkommensteuer wird sich ein niedrigeres zu versteuerndes Einkommen ergeben, so dass sich die Steuerbelastung für eventuell weitere Einkünfte des Arbeitnehmers bzw. dessen Ehegatten ebenfalls reduzieren wird.
  • Durch das niedrigere zu versteuernde Einkommen können eventuelle Grenzwerte bei der Gewährung der Arbeitnehmersparzulage oder bei der Wohnungsbauprämie unterschritten werden, so dass die Gewährung solcher Zulagen zukünftig (wieder) möglich werden könnte.
  • Bei der Beantragung von Wohngeld oder zinsgünstiger Darlehen für den sozialen Wohnungsbau kann ein niedrigeres Bruttogehalt von Vorteil sein.
  • Da sich die Leistungen während Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit auch am abgesenkten Bruttogehalt orientieren, würden zukünftige Leistungen in diesen Bereichen niedriger ausfallen.
  • Im Falle einer Nachversicherung bei der gesetzlichen Rentenversicherung (bei Ausscheiden vor Erreichen der Wartezeit von 60 Monaten) wird im dortigen Versichertenkonto nur das niedrigere Einkommen angerechnet, was für den betreffenden Zeitraum zu einem geringeren Rentenanspruch führt.

Weiterhin unterliegen die im Rahmen der zukünftigen Finanzierung erworbenen Ansprüche im Versorgungsfall als Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit (abzüglich eines Arbeitnehmer- und eines Versorgungsfreibetrages) zu 100 % der Besteuerung und nicht wie die bisherigen Ansprüche nur mit dem ab 2005 mit 50% ansteigenden Ertragsanteil (bis Rentenbeginn spätestens in 2040 auch mit 100%).